Promotionsprojekte im Fortschrittskolleg

 

Katrin Alert: Biographien kinderloser, alleinstehender älterer Menschen

Im Promotionsprojekt von Frau Alert geht es um kinderlose, alleinstehende ältere Menschen und ihre im Lebensverlauf entwickelten Ressourcen und Risiken für das Alter(n). Hierbei erfolgt der Zugang über die Biographie, um die gegenwärtige Perspektive auf das eigene Alter(n) und deren Entwicklung über den Lebensverlauf hinweg zu rekonstruieren. Die Ergebnisse könnten in der Altenhilfe für Beratungs-, Freizeit- oder Unterstützungsangebote nützlich sein, um neben den bekannten Themen Einsamkeit und Unterstützungsbedarf auch die Ressourcen dieser Personen zu erkennen und an diese anzuknüpfen.

 

Merih Ates: Generationenbeziehungen im Alter - Welchen Einfluss hat die Betreuung von (Enkel)kindern auf die Gesundheit der Großeltern?

Merih Ates beschäftigt sich in seiner Arbeit mit Großeltern, die sich um die Betreuung ihrer Enkelkinder kümmern. Enkelkinder gelten als eine mögliche Ressource für das Wohlbefinden ihrer Großeltern. Ihre Betreuung kann zum einen aktivierend und sinnstiftend wirken, zum anderen kann sie durch Ambivalenzen geprägt sein und Stress hervorrufen oder begünstigen. Das Dissertationsprojekt untersucht, ob Enkelkinderbetreuung einen Einfluss auf die Gesundheit der Großeltern ausübt und wenn ja, unter welchen Bedingungen negative Konsequenzen auf die Gesundheit vermieden werden und sich positive Wirkungen erzielen lassen. Zu diesem Zweck werden Längsschnittuntersuchungen durchgeführt. Neben den leiblichen Großeltern-Enkelkind-Beziehungen sollen in einem zweiten Schritt soziale Generationenbeziehungen untersucht werden. Hier geht es um Großelternpaten, die sich dazu bereit erklären, Betreuungsleistungen für Fremdkinder anzubieten. Zivilgesellschaftliche Initiativen – Großelterndienste – helfen bei der Vermittlung zwischen Familien mit Kindern und Großelternpaten. Mit einem qualitativen Design soll ebenfalls untersucht werden, ob und wie diese Form des zivilgesellschaftlichen Engagements als gesundheitswirksam erlebt wird.

 

Andreas Bergholz: Altersfreundlichkeit und intergenerationale Gegenseitigkeit im Quartier

Herr Bergholz beschäftigt sich in seinem Promotionsprojekt mit einer altersfreundlichen Kultur und intergenerationaler Gegenseitigkeit im städtischen Sozialraum. Dabei werden erstens Bürgerorganisationen in den Blick genommen. Es sollen Erkenntnisse darüber gewonnen werden,  wie sich intergenerationales Zusammenwirken in Bürgerorganisationen hinsichtlich Generativität,  Solidarität, Unterstützung und Reziprozität gestaltet. Zweitens soll das Miteinander der Generationen im Sozialraum unter den Aspekten gegenseitige Wahrnehmung von Jung und Alt, Quartiersidentifikation und inter- und intragenerationale Austauschbeziehungen untersucht werden. Bestandteil des Projekts ist weiterhin ein Stadtteilportrait des Untersuchungsraums Kronprinzenviertel in Krefeld.

 

Saskia Bordne: Ressourcen und Barrieren für Funktionalität und subjektives Wohlbefinden bei geriatischen Patienten

In ihrer Dissertation beschäftigt sich Frau Bordne damit, welche Faktoren bei geriatrischen Patienten, gekennzeichnet durch höheres Lebensalter und Multimorbidität, mit einem Hauptziel geriatrischer Behandlung, der Erhaltung und Wiederherstellung von Lebensqualität, zusammenhängen könnten. Als Facetten der Lebensqualität werden in der vorliegenden Arbeit insbesondere die Funktionalität und das subjektive Wohlbefinden der Patienten beleuchtet. Als mögliche Einflussvariablen werden neben medizinischen Parametern wie Anzahl der Erkrankungen vor allem psychosoziale Variablen wie etwa Copingmechanismen, Persönlichkeitsmerkmale oder soziale Vergleichsprozesse berücksichtigt. Die Datenerhebung einschließlich geplanter Follow-Up-Befragung findet in einer stationären geriatrischen Rehabilitationseinrichtung in Köln statt.

 

Bernadette Groebe: Entwicklung eines Verfahrens zur Erfassung der Einstellungenzu Sterben, Tod und Endlichkeit

In ihrem Promotionsprojekt setzt sich Frau Groebe mit derErfassung der Einstellungen gegenüber dem Sterbeprozess, dem Tod und derEndlichkeit des Lebens auseinander. Einstellungen werden dabei als einmultidimensionales Konstrukt verstanden. Es handelt sich sowohl um Gedanken,Gefühle als auch um das Verhalten einer Person als Reaktion auf dieKonfrontation mit Sterben, Tod und Endlichkeit. In positiver Form könnenEinstellungen z.B. die Akzeptanz von Sterben und Tod betreffen, im Negativenz.B. die Angst vor selbigen. Ziel ist dabei die Grundlage für eine Neu- bzw.Weiterentwicklung einer Methode zu schaffen, die Einstellungen zu Sterben, Todund Endlichkeit in ihrer Vielseitigkeit erfasst und die angepasst ist an dieAnforderungen des Kontexts Lebensende. Dazu werden bestehende Erhebungsmethodenim Hinblick auf ihre zugrunde liegenden Konstrukte und ihre methodologischeQualität analysiert und die Anforderungen der Praxis an den Einsatz solcherMethoden in der Versorgung am Lebensende erörtert.

 

Regina Hilz: Risiken und Chancen der Partnerschaftsauflösung im Alter

Der Untersuchungsschwerpunkt liegt bei Frau Hilz auf gesundheitlichen, finanziellen sowie sozialen Risiken und Chancen von Partnerschaftsauflösungen bei Personen ab dem 40. Lebensjahr. Die drei zentralen Komponenten der Lebensqualität werden im Rahmen einer kumulativen Dissertation  mithilfe quantitativer Forschungsmethoden untersucht. Im ersten Themengebiet beschäftigt sie sich mit dem Zusammenhang zwischen Partnerschaftsstatus und verschiedenen Dimensionen des Gesundheitsverhaltens. Das zweite Themengebiet fokussiert die finanziellen Risiken der Eheauflösung im Alter aus einer Längsschnittperspektive. Schließlich wird im dritten Themengebiet  die Veränderung sozialer Beziehungen nach der Eheauflösung unter die Lupe genommen.

 

Katja von Storch und Anna Schlomann: Nutzung digitaler Medien durch Ältere – Anforderungen und Wirksamkeit in verschiedenen Kontexten

Frau Schlomann und Frau von Storch beschäftigen sich mit verschiedenen Aspekten Ambulanter Assessments (computergestützte Datenerhebung im Alltagskontext) und mobilen Gesundheitstechnologien (am Körper getragene elektronische Geräte) bei Älteren. Dabei betrachten sie in einem ganzheitlichen Ansatz die Anforderungen der Zielgruppe sowie den Nutzungserfolg dieser technischen Systeme.
Ein Schwerpunkt der Arbeit von Frau Schlomann liegt auf der Akzeptanz dieser Technologien bei Älteren und weiteren relevanten Stakeholdern, wie Angehörigen und Pflegepersonal. Es wird untersucht, inwiefern die Systeme und Messmethoden in die Lebenswelt Älterer passen und wo Anpassungsbedarf besteht. Ergänzend hierzu werden Aspekte von User Experience und Auswertungsdesigns in den Blick genommen: Wie muss ein verständliches und sinnvolles Feedback für die Nutzer aussehen? Auf welche Art kann eine statistische Auswertung der Daten erfolgen? Ziel ist die Entwicklung eines Kriterienkatalogs, der die Anforderungen der Zielgruppe älterer Menschen an Ambulante Assessments definiert.

Frau von Storch legt in ihrer Dissertation den Fokus auf den Nutzungserfolg und das subjektive Erleben von mobilen Gesundheitstechnologien bei chronisch kranken älteren Menschen. Für diese Zielgruppe ist es häufig eine große Herausforderung mit ihrer Krankheit im Alltag umzugehen. Mithilfe von mobilen Gesundheitstechnologien können gesundheits- und krankheitsbezogene Daten aufgezeichnet, ausgewertet und Feedback geben werden. Hier wurde die Hypothese aufgestellt, dass mobile Gesundheitstechnologien Menschen mit gesundheitlichen Problemen unterstützen und zu einer Verbesserung des Umgangs mit der Krankheit führen können. Ziel ist es, ausgehend von den Einflussfaktoren eine Entscheidungshilfe zur Anwendung von mobilen Gesundheitstechnologien im Bereich der Sekundärprävention zu erstellen.

 

Natalia Schulz: Lebenswelt älterer Spätaussiedler*innen

Das Forschungsvorhaben ist darauf ausgerichtet Lebensführungen älterer Migrant*innen aus der ehemaligen Sowjetunion zu untersuchen. Mittels teilnehmender Beobachtung und qualitativer Interviews werden Alltagspraktiken zur Erhaltung und Förderung von Wohlbefinden erfasst und rekonstruiert. Im Vordergrund stehen die Ressourcen und die subjektiven Sichtweisen der älteren Migrant*innen. Dabei werden außerfamiliäre Aktivitäten von älteren Spätaussiedler*innen beobachtet, die zur Erhaltung und Förderung von Wohlbefinden im Alltag unternommen werden, und analysiert, wie diese sozial organisiert und strukturiert werden, um Wohlbefinden herzustellen.
Das Ziel besteht darin relevante Prozesse und Strukturen bei der Generierung von Wohlbefinden zu analysieren und auf diese Weise neue Erkenntnisse und Anregungen für eine innovative Praxis zu bieten.

 

Ralf Tebest: Die Translation gesetzlicher Beratungsaufträge für pflege- und hilfebedürftige Menschen durch lokale Beraterinnen und Berater

Die Versorgungs- sowie die Beratungsinfrastruktur für pflege- und hilfebedürftige Menschen in Deutschland haben große Defizite bei der Transparenz, Vernetzung und Koordination der Angebote. Herr Tebest untersucht in seiner Promotion die Translation der gesetzlichen Beratungsaufträge für pflege- und hilfebedürftige Menschen durch lokale Beraterinnen und Berater in der Stadt Krefeld. Das Ziel besteht darin mit Hilfe eines qualitativen Forschungsansatzes herauszuarbeiten, wie die unterschiedlichen lokalen Beraterinnen und Berater die Zielsetzung und die damit verbundenen Aufgaben ihrer Beratungstätigkeit verstehen und umsetzen.

 

Jaroslava Zimmermann: Strukturelle Determinanten der Versorgungsqualität in stationären Altenpflegeeinrichtungen

Frau Zimmermann beschäftigt sich in Ihrem Promotionsprojekt mit den Einflussfaktoren der Versorgungsqualität in Pflegeeinrichtungen. Ziel dieses Vorhabens ist zu ermitteln, wie sich die Organisationsstrukturen auf die Ergebnisqualität auswirken und welche Rolle das Vorhandensein eines Gesundheits- und Demografie-Managements dabei spielt. Die Untersuchung erfolgt in zwei Schritten. Zunächst werden die im Rahmen des Projektes „Ergebnisqualität in der stationären Altenhilfe (EQisA)“ erhobenen Daten zur Ergebnisqualität und die strukturellen Daten aus dem internen Qualitätsmanagement des Diözesan-Caritasverbands Köln zusammengefügt und statistisch ausgewertet, um die Varianz der bewohnerbezogenen Qualitätsindikatoren durch strukturelle Charakteristika der Einrichtungen zu erklären. Im zweiten Schritt werden Experteninterviews mit Führungskräften der an dem Projekt EQisA teilnehmenden Pflegeeinrichtungen geführt, um die untersuchten Zusammenhänge sowie die Rolle des Gesundheits- und Demografie-Managements aufzuklären.

 

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