Regeln und Regulierungen zur Verwendung von Tablets im Unterricht (Promotionsprojekt)

Seit einigen Jahren wird die Integration digitaler Medien in den schulischen Unterricht bildungspolitisch gefordert und an Schulen zunehmend realisiert. Zugleich ist die unterrichtliche Praxis zur Verwendung von Tablets im Unterricht im Rahmen der qualitativ-rekonstruktiven Unterrichtsforschung bisher nur wenig untersucht. Das ethnographische Forschungsprojekt untersucht Praktiken rund um den Einsatz von Tablets im Unterricht, wobei das Hauptaugenmerk auf den fortwährenden Aushandlungsprozessen um die Regeln und Regulierungen der Tablets und ihrer Verwendung liegt. Fokussiert wird durch teilnehmende Beobachtungen nicht nur das Geschehen während der Unterrichtsstunden, sondern auch das, was sich vor, nach und parallel zu den Unterrichtsstunden an anderen Schauplätzen ereignet. Ausgehend von einer praxistheoretischen Perspektive, welche Unterricht als ein dynamisches Geflecht von Praktiken und materiellen Arrangements begreift, wird so den Verbindungen von Praktiken nachgespürt. Konzeptualisiert werden jene Verbindungen in Anlehnung an Wagenknecht (2020) als normative Verweisungszusammenhänge, in denen Regeln zum Umgang mit Tablets auf unterschiedliche Weise mobilisiert werden können. Die zentrale Fragestellung der Arbeit lautet daher: Wie, wo und von wem werden Regeln und Regulierungen zum Umgang mit Tablets hergestellt und verhandelt? Im Rahmen des Projekts wird zudem der Frage nachgegangen, welche Subjektpositionen sich in den Praktikenzusammenhängen für die jeweiligen Schüler*innen im Verhältnis zu ihren Tablets eröffnen oder verhindern. Ziel des Projekts ist es, mithilfe der Rekonstruktion von Praktiken und ihrer Verbindungen einen Beitrag zu der Frage der digitalen Wandelprozesse von Unterricht leisten zu können.

Projektdurchführende: Anne Zimmer

Laufzeit: seit 2023